Jane Bormeister (Europa Universität Viadrina): Bio-psychologische Aspekte der Rhetorik

Herzliche Einladung zum Vortrag von Frau Bormeister, der im Rahmen des Institutskolloquiums stattfindet.

Rhetorik & Film: Chinatown (1974)

In der Stadt der Engel ist die Erde staubig und trocken. Viele Spuren verlaufen im Sand. Es herrscht Dürre im Los Angeles des Jahres 1937. Und doch fließen die Wasser bisweilen, allerdings auf geheimen Wegen. Da ist etwas im Gange. So viel steht fest, mehr nicht. Die ganze Angelegenheit erscheint zwiespältig, verworren, rätselhaft und dennoch bedeutungsschwanger. Der Privatdetektiv Jake Gittes hat die Fährte aufgenommen. Er meint, die Lunte gerochen zu haben, aber er holt sich Knall auf Fall eine blutig triefende Nase. Zwielichtige Gestalten prägen die Szenerie. Das ganze unheilige Ensemble des Film noir taucht auf: Hartgesottene Ermittler, korrupte Beamte, reiche Teufel, sadistische Gangster und natürlich die ominöse Schöne als ambivalente Aphrodite. Doch wer voreilig glaubt, er habe das Spiel durchschaut, gerät schnell auf den Holzweg. Das oscarprämierte Drehbuch des genialen Screenwriters Robert Towne ist reich an spannungstreibenden Entwicklungen und überraschenden Wendungen. Der polnisch-französische Kultregisseur Roman Polański hat aus dem Stoff ein doppelbödiges Meisterwerk des New Hollywood geschaffen. Der grandiose Jack Nicholson glänzt als markant eleganter Hauptcharakter. Im mysteriösen Chinatown nahm dessen Schicksal einst seinen fatalen Lauf und dort soll es ihn mit bleierner Härte auch wieder ereilen. Das Widerspiel von Sein und Schein regiert jenen schillernden Kriminalthriller aus dem Jahre 1974. Ob sich in dieser vielschichtigen Story klar intendierte Botschaften entfalten, ob jenem Werk also rhetorische Wirkmacht eignet, wird nach der Vorführung des Films der Tübinger Germanist Dr. Mario Gotterbarm erläutern. Im Anschluss an seinen Kurzvortrag darf auch seitens des Publikums lebhaft diskutiert werden.

 

Über die Veranstaltungsreihe

Filme verwandeln uns, wirken inspirierend, stilbildend, geradezu identitätsstiftend. Gelegentlich wird das Kino sogar zur Lehranstalt, verändert unseren Blickwinkel so sehr, dass wir die Welt und ihre Bewohner fortan mit anderen Augen sehen – und erzeugt in so manchem Fall auch Kontroversen: Fördern Horrorfilme und Actionkino nun die Neigung zur Brutalität oder nicht? Wie immer man in solchen Fragen auch entscheiden mag, eines ist sicher: Gut gemachte Filme können uns von diesem oder jenem überzeugen. Im Rahmen der Reihe Rhetorik & Film, die das rhetorikforum in Zusammenarbeit mit dem Kino Arsenal organisiert, werden sowohl Klassiker als auch zeitgenössische Spiel- und Dokumentarfilme gezeigt und hinsichtlich ihrer Überzeugungskraft analysiert. Im Anschluss an die Vorführung jedes Films wird sich ein Experte aus Wissenschaft oder Praxis in einem kurzen Vortrag sowie in Diskussion mit dem Publikum mit der Frage befassen, was diesem Film rhetorische Wirkungsmacht verleiht – und wovon er uns überzeugen will.

Abschiedsvorlesung von Prof. Dr. Joachim Knape

Zur Emeritierung von Professor Dr. Joachim Knape sind Sie herzlich zu seiner Abschiedsvorlesung eingeladen.

Rhetorik & Film: Paths of Glory (1957)

Der erste Weltkrieg ging ein in die Geschichte als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts. Zum Mythos des Grauens geworden ist vor allem die barbarische Brutalität der Westfront, an der sich deutsche und alliierte Infanteristen im zermürbenden Stellungskrieg über lange, dunkle Jahre hinweg gnadenlos belauerten, beschossen und bestürmten. Tausende und Abertausende starben elendig im Kampf um wenige Meter zu Dreck verbrannten Landes. Das schaurige Wort von der „Blutmühle“ machte alsbald im Graben die Runde. In jener schlammig-rußigen Hölle trotzen der französische Colonel Dax und seine ausgezehrten Kameraden dem todbringenden Granatenhagel der täglich niederdonnernden Stahlgewitter. Doch nicht nur von Seiten ihrer teutonischen Kombattanten droht den Truppen Frankreichs Lebensgefahr, auch die karrierelechzende Hybris der eigenen Führung liefert diverse Soldaten mitunter sinnlos ans Messer, weiht sie rücksichtslos dem sicheren Tode. „In der Liebe und im Krieg ist alles erlaubt“ so spricht der Volksmund. Will man ein solch lässiges Diktum guten Gewissens gelten lassen? Oder möchte man zornig Einspruch erheben im Namen der unverbrüchlichen Würde, die jedem einzelnen Geschöpf zukommen soll? Darf der Krieg um des bloßen Sieges Willen seine eigenen sinistren Gesetze schreiben? Oder muss auch administrativ arrangiertes Blutvergießen zumindest noch den basalen Regeln der zähmenden Humanität gehorchen? Solche Fragen verhandelt der ruhmreiche Filmemacher Stanley Kubrick in seinem erschütternden Antikriegsfilm „Paths of Glory“, in welchem der legendäre Kirk Douglas als grandioser Hauptdarsteller beeindruckend brilliert. Ganz gewiss ein mitreißender, ein aufwühlender Film! Aber vermag jenes Werk denn mehr, als bloß an unser moralisches Grundempfinden zu appellieren? Wartet der große Kubrick hier etwa mit einer klaren Botschaft auf? Möchte er uns für einen bestimmten moralischen Standpunkt einnehmen, uns von einer gewissen politischen Ansicht überzeugen? Ebensolchen Fragen wird sich nach der Vorführung des Films der Tübinger Rhetorikexperte Dr. Thomas Zinsmaier widmen. Im Anschluss an seinen Kurzvortrag darf auch seitens des Publikums lebhaft diskutiert werden.

Über die Veranstaltungsreihe

Filme verwandeln uns, wirken inspirierend, stilbildend, geradezu identitätsstiftend. Gelegentlich wird das Kino sogar zur Lehranstalt, verändert unseren Blickwinkel so sehr, dass wir die Welt und ihre Bewohner fortan mit anderen Augen sehen – und erzeugt in so manchem Fall auch Kontroversen: Fördern Horrorfilme und Actionkino nun die Neigung zur Brutalität oder nicht? Wie immer man in solchen Fragen auch entscheiden mag, eines ist sicher: Gut gemachte Filme können uns von diesem oder jenem überzeugen. Im Rahmen der Reihe Rhetorik & Film, die das rhetorikforum in Zusammenarbeit mit dem Kino Arsenal organisiert, werden sowohl Klassiker als auch zeitgenössische Spiel- und Dokumentarfilme gezeigt und hinsichtlich ihrer Überzeugungskraft analysiert. Im Anschluss an die Vorführung jedes Films wird sich ein Experte aus Wissenschaft oder Praxis in einem kurzen Vortrag sowie in Diskussion mit dem Publikum mit der Frage befassen, was diesem Film rhetorische Wirkungsmacht verleiht – und wovon er uns überzeugen will.

Dr. Alexander Fischer (Basel): Sind Engelszungen wirklich Teufelszeug? Manipulation und ihr Verhältnis zur Autonomie

Herzliche Einladung zum Vortrag von Herrn Dr. Fischer, der im Rahmen des Institutskolloquiums stattfindet.

Yes You Could

Während beim Absolventenpodium Yes You Can Alumni der Rhetorik von Berufseinstieg und Werdegang berichten, geht es bei Yes You Could darum, dass Studierende untereinander ins Gespräch kommen. Studierende berichten von Praktika und Nebenjobs in der Wirtschaft, die sie parallel zum Studium oder in der vorlesungsfreien Zeit absolvieren.

In diesem Jahr soll es auch um Auslandserfahrungen und Stipendien gehen.

Der Studierendenaustausch wird gemeinsam von der Fachschaft und dem Mentor des Seminars für Allgemeine Rhetorik organisiert.

Vernunft am Ende? Populismus (Diskussion)

Das Seminar für Allgemeine Rhetorik lädt in Kooperation mit der Wochenzeitung DIE ZEIT zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Populismus“ ein.
Im Audimax der Uni Tübingen (Neue Aula) werden vier Experten zu Wort kommen, die das Phänomen des Populismus aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, analysieren, abmessen. Moderieren werden Prof. Dr. Olaf Kramer (Seminar für Allgemeine Rhetorik) und Andreas Sentker (Leiter des Ressorts Wissen der ZEIT).

Diskutanten:
Dr. Georg Eckmayr
Prof. Dr. Karin Priester
Prof. Dr. Lothar Probst
Prof. Dr. Hans-Jürgen Puhle
moderiert von Prof. Dr. Olaf Kramer (Seminar für Allgemeine Rhetorik, Universität Tübingen) und Andreas Sentker (ZEIT)

Call for Papers: Visuelle Rhetorik (SaTüR)

SaTüR 2018 in Salzburg: Visuelle Rhetorik

Von 1. bis 2. Juni 2018 finden in Salzburg die 10. Salzburg-Tübinger Rhetorikgespräche (SaTüR) statt.

  • Beginn: Freitag, 1. Juni ca. 14 Uhr
  • Ende: Samstag, 2. Juni mittags
  • Veranstaltungsort: Universität Salzburg, FB Altertumswissenschaften/Alte Residenz
  • Tagungsbeitrag 30 Euro (Studierende 15 Euro)

Wie in Tübingen bei den letzten SaTüR 2017 beschlossen, wollen wir über visuelle Rhetorik sprechen. Ähnlich wie bei den SaTüR 2016 sollen Veranstaltungen unterschiedlichen Formates möglich sein: Vorträge, auch ganze Panels, Workshops und anderes, je nach Ihren Vorschlägen.

Das Thema selbst gehört zu den zentralen Aufgaben der Rhetorik: wie kann neben dem und ohne den sprachlichen Code der analoge, also bildliche Code für die Überzeugung und affektische Beeinflussung genutzt werden?

Beiträge zu diesem Thema können also entweder
— Beispiele visueller Rhetorik und neue bildrhetorische Forschungen vorstellen;
— theoretische Grundlagen in der Rhetorik untersuchen;
— danach fragen, ob es so etwas wie einen Bildakt gibt;
— oder auch bildliche Mittel wie die Metapher in Rede und Dichtung analysieren.

Auch das innere Bild kann untersucht werden: etwa
— welche Rolle es beim Einstudieren einer Rede oder bei der Stimmarbeit spielt;
— und wie es auf die eigene Persönlichkeitsentwicklung Einfluss nimmt.

Titel und kurze Inhaltsbeschreibung (maximal 300 Wörter) bitte bis zum 1.März 2018 an Prof. Dr. Schirren und PD Dr. Nadia Koch an rhetorik@sbg.ac.at

Prof. Dr. Olaf Kramer, Dr. Thomas Susanka, Sandra Teschow: Science Notes Magazin, Projektvorstellung

Herzliche Einladung zur Projektvorstellung des Science Notes Magazins im Rahmen des Institutskolloquiums.

Dr. Maren Jäger (Berlin): Brevitas – zwischen perspicuitas und obscuritas. Zur Kürzemaxime in der antiken Rhetorik

Herzliche Einladung zum Vortrag von Frau Dr. Jäger, der im Rahmen des Institutskolloquiums stattfindet.