Rhetorik & Film

Das Rhetorikforum in Kooperation mit dem Kino Arsenal

Doppeladressierung in Außer Atem

Nachdem das Publikum Außer Atem in der Originalsprache Französisch genossen hatte, beleuchtete Dr. Rolf Geiger am 3. Februar 2017 spannende Aspekte dieses Films.

Über die Veranstaltungsreihe

Filme verwandeln uns, wirken inspirierend, stilbildend, geradezu identitätsstiftend. Gelegentlich wird das Kino sogar zur Lehranstalt, verändert unseren Blickwinkel so sehr, dass wir die Welt und ihre Bewohner fortan mit anderen Augen sehen – und erzeugt in so manchem Fall auch Kontroversen: Fördern Horrorfilme und Actionkino nun die Neigung zur Brutalität oder nicht? Wie immer man in solchen Fragen auch entscheiden mag, eines ist sicher: Gut gemachte Filme können uns von diesem oder jenem überzeugen. Im Rahmen der Reihe Rhetorik & Film, die das rhetorikforum in Zusammenarbeit mit dem Kino Arsenal organisiert, werden sowohl Klassiker als auch zeitgenössische Spiel- und Dokumentarfilme gezeigt und hinsichtlich ihrer Überzeugungskraft analysiert. Im Anschluss an die Vorführung jedes Films wird sich ein Experte aus Wissenschaft oder Praxis in einem kurzen Vortrag sowie in Diskussion mit dem Publikum mit der Frage befassen, was diesem Film rhetorische Wirkungsmacht verleiht – und wovon er uns überzeugen will.

Der nächste rhetorische Filmabend wird von Sebastian König und Philipp Lotz organisiert.

Dr. Rolf Geiger

Der rhetorische Faktor in Außer Atem von Jean-Luc Godard (1960)

Jean-Luc Godards Kinodebüt gilt als innovativ und revolutionär. Stetig spürt man den Willen zum Regelbruch, zur anarchischen Grenzüberschreitung. Irritierende Bildwechsel und unkonventionelle Beleuchtung schaffen eine Atmosphäre eigentümlicher Lebendigkeit. Der Film hetzt von Szene zu Szene – und zeigt sich dabei als bedeutungsmäßig höchst weitläufig: Vieles ist Ausdruck ironischer Heiterkeit und dennoch hat fast alles existenzielle Tiefe. Die Handlung gibt Raum zur Interpretation: Da mordet einer kalt, berechnend und paranoid, um sodann nahezu arglos und naiv im Taumel der Liebe zu verenden. Was will uns das alles sagen? Hat jenes amouröse Gangsterdrama eine klare Botschaft? Möchte uns sein berühmt-berüchtigter Macher für etwas einnehmen, uns von etwas überzeugen? Ebensolchen Fragen wird sich nach der Vorführung des Films der Philosoph Rolf Geiger widmen. Im Anschluss an seinen Kurzvortrag darf auch seitens des Publikums lebhaft diskutiert werden.

Prof. Dr. Joachim Knape:
Der rhetorische Faktor in M von Fritz Lang (1931)

Dem heißen Sommerwetter zum Trotz drängten sich Filmliebhaber und Rhetorikinteressierte im Kino Arsenal und diskutierten angeregt mit Herrn Professor Knape über die rhetorische Dimension von Fritz Langs Meisterwerk M. Wir freuen uns also auf den nächsten Film in unserer Reihe – um welchen es sich dabei handeln und wer die Vorführung mit einem Kurzvortrag begleiten wird, erfahren Sie selbstverständlich zu gegebener Zeit in unserem Newsletter.

Übrigens: Wer nicht von der Partie sein konnte, kann sich dennoch im folgenden Artikel einen Überblick über in Herrn Professor Knapes Vortrag über M vorgestellten Argumente verschaffen (und in diesem Sammelband auch weitere spannende Beiträge zur Diskussion um Fritz Langs zeitloses Meisterwerk entdecken):

Joachim Knape: Zur Theorie der Spielfilmrhetorik mit Blick auf Fritz Langs M. In: Urs Büttner, Christoph Bareither (Hrsg.): Fritz Langs M eine Stadt sucht einen Mörder. Texte und Kontexte. Würzburg 2010, S. 15-32.

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